Die Deponie Teuftal im Wandel der Zeit

Am 2. Juli 1973 beginnt nach einer knapp 6-jährigen Planungs- und Genehmigungsphase am heutigen Standort die Auffüllung des Teuftals mit der Ablagerung von Bau- und Siedlungsabfällen. Bereits im Jahr 1979 wird zur Finanzierung der künftigen Nachsorge ein Nachsorgefonds gebildet, und mit den entsprechend notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet. Nachdem im Jahr 1985 bereits ein erstes separates Schlackenkompartiment (heute Typ D) errichtet wird, erfolgt im Jahr 1994 die Inbetriebnahme der Reststoffdeponie (heute Typ C), und im 1999 die Inbetriebnahme eines zweiten Schlackenkompartiments.


Kurze Zeit nach Eröffnung der Deponie Teuftal errichten die Entsorgungsbetriebe der Basler Chemischen Industrie BCI im Jahr 1975 im südlichen Teil des Teuftals eine Sondermülldeponie, und betreiben diese auf eigene Verantwortung. Im Jahr 1997 erfolgt der Abschluss der Sondermülldeponie und der Übergang in die Nachsorge unter der Verantwortung der BCI.

Wiederverwertung - vom Deponiegas zur Schlackenentschrottung

Erste Gasaustritte aus der Siedlungsabfalldeponie erfordern im Jahr 1980 punktuelle Entgasungsmassnahmen, bevor die Bernischen Kraftwerke im Jahr 1989 ein Gaskraftwerk mit rund 1800kW Leistung zur Verwertung des Deponiegases in Betrieb nehmen. Im Jahr 1994 erfolgt aufgrund gestiegener Deponiegasmengen ein Ausbau des Kraftwerks auf rund 2700kW Leistung, bevor im Jahr 2000 das Ablagerungsverbot brennbaren Abfällen in Kraft tritt und dadurch die Menge an Deponiegas aus dem Abfallkörper massiv zurück geht. Im Jahr 2007 erreicht die Deponiegasmenge eine kritisch tiefe Schwelle - das Gaskraftwerk wird ausser Betrieb genommen und durch ein Blockheizkraftwerk BHKW mit 180kW Leistung ersetzt. Bereits nach wenigen Jahren erfolgt zwischen 2014 und 2015 der Umbau der Gassysteme auf eine aktive Deponie-Aerobisierung (Belüftung alte Siedlungsabfalldeponie mit Ablufterfassung/-reinigung), welche voraussichtlich noch bis 2030 laufen wird.


Verhältnissmässig früh wird im Jahr 1992 im Teuftal bereits eine erste Anlage zur Schlackenentschrottung in Betrieb genommen. Diese wird im 2002 mit einer Wirbelstrom-Abscheidung für Aluminium- und Kupferlegierungen ab einer Korngrösse von 8mm, und im 2006 mit einem Metalldetektor für die Ausschleusung aller verbleibenden Metalle ab einer Korngrösse von 8mm erweitert. Seit 2010 können auch die feinen Anteile genannter Legierungen mit einer zusätzlichen Wirbelstrom-Abscheidung zurückgewonnen werden, und dies seit 2021 ab einer Korngrösse von 3mm aufwärts.



Was passiert nach Abschluss der Auffüllung?

Bis spätestens im Jahr 2040 wird die Deponie Teuftal vollständig verfüllt sein, und die gesamte Kapazität von rund 7.2 Mio. Kubikmetern ausgeschöpft haben. Nach Abschluss des Abfalleinbaus erhält die Deponieoberfläche eine Endabdeckung/Rekultivierung und wird weitestgehend aufgeforstet. Zu diesem Zeitpunkt startet die offizielle Nachsorge, welche voraussichtlich bis ins Jahr 2090 andauern wird, bevor die dannzumal noch bestehenden Bauten zurückgebaut werden und das Ende der Nachsorgedauer erreicht ist.